Wie ihr sicherlich wisst ist diese Krankheit der Zierfische auch unter dem Namen „Ichthyo“
bekannt.
Im Anfangsstadium sieht man sich einzelne Fische an Gegenständen scheuern. Tritt dies
regelmäßig auf ist Vorsicht geboten. Bei der Beobachtung der betroffenen Tiere sind dann bei
einzelnen Fischen einzelne weißliche Pünktchen sichtbar. Sie treten in den meisten Fällen als
erstes im Flossenbereich auf. Bei Fortschreiten dieser Krankheit greifen diese Pünktchen auf
den gesamten Körper über. Der Körper des Fisches sieht wie mit Gries bestreut aus. Leider hat
der Fisch in diesem Stadium kaum noch eine Chance, da sein Immunsystem stark geschwächt ist und
dem Fisch die Abwehrmöglichkeit fehlt. Dann ziehen sich die betroffenen Fische zurück und werden
träge. Die schützende Schleimhaut löst sich flächig ab. Danach tritt meist der Tod ein.
Was ist der Auslöser?
Das ist in den seltensten Fällen direkt nachvollziehbar. Diese Krankheit hat viele Ursachen.
Es kommt davon dass die Erreger permanent im Aquariumwasser vorhanden sind. Das Immunsystem
des Fisches ist jedoch in der Lage diesen Erreger in Schach zu halten und den Ausbruch der
Krankheit zu verhindern.
Nun kommt es zu Veränderungen im Becken. Es werden neue Fische eingesetzt oder die Dekoration
umgestaltet, eine neue Pflanze kommt ins Becken, die Wasserwerte verändern sich schlagartig
oder ein anderer Fisch wird das dominante Tier im Becken. Jegliche Veränderung im Becken kann
den einzelnen Fisch unter Stress setzen und somit sein Immunsystem schwächen. Somit kann der
Fisch diese Erreger nicht mehr abwehren und es kommt zum Ausbruch der Krankheit.
Teilweise wird vermutet dass man sich den Erreger durch Zukauf von Fischen einschleppt. Das ist
jedoch in den seltensten Fällen so. Die neuen Fischen sind hingegen nicht Immun gegen die im
Aquarium vorherrschenden Ichthyo-Stämme und somit sind meist die neuen Fische als erstes
befallen.
Die Erreger und deren Entwicklung:
Die Erreger der Weißpünktchen- und Grießkörnchenkrankheit sind in allen Fällen der
Ichthyophtirius multifiliis. Der Erreger ist ca. 0,5 -1,5 mm groß und setzt sich zwischen der
Lederhaut und Oberhaut des Fisches fest. Dabei durchbohrt er die Schleimhaut und nutzt sie als
Schutz gegen Medikamente. Hier wächst der Parasit. Wenn er dann ausgewachsen ist löst sich der
Parasit zur Vermehrung vom Wirt und sucht freischwimmend ruhige Wasserzonen auf. Dort heftet er
sich an einen Gegenstand und verkapselt sich. Dann beginnt die Zellteilung. Nach ca. 24 Stunden
haben sich ca.1000 neue Schwärmer gebildet die sehr gut schwimmen können. Die Schwärmer suchen
dann einen neuen Wirt. Diesen müssen sie innerhalb von ca. 48 Stunden gefunden haben. Geschieht
dies nicht sterben die Schwärmer ab. Hat er einen Wirt gefunden so bohrt er sich wiederum durch
die Schleimhaut und setzt sich erneut zwischen Ober- und Lederhaut fest. Das Wachstum in der
Haut kann 10-20 Tage dauern. Ist jedoch abhängig von der Temperatur und der Abwehrkraft des
Fisches. Sollte der Fisch schon vor der Vollendung der Wachstumsphase verenden, so lösen sich
die anhaftenden Parasiten innerhalb kürzester Zeit und beginnen sofort mit der Zellteilung.
Der Verlauf verkürzt sich dementsprechend.

Was ist zu tun (Behandlung):
Bei der ersten Sichtung dieses Parasiten am Fisch ist sofort mit der Behandlung zu
beginnen.
Möglichkeit ist die kombinierte Wärmebehandlung und Salzbehandlung .
Bei der Wärmebehandlung (Link) wird je nach Verträglichkeit der Fischart mit einer
Temperatur von über 30°C behandelt. Diese sollte stündlich um max. 1°C auf den gewünschten
Wert erhöht werden. Das bewirkt eine schnellere Entwicklung des Parasiten und der im Wasser
befindlichen Schwärmer. Weiterhin wird das Immunsystem des Fisches gestärkt und somit neue
Abwehrkräfte entwickelt.
Bei der Salzbehandlung (Link) wird die Schleimhautproduktion angeregt und somit die
Angrifffläche des Parasiten vergrößert. Salz bewirkt aber vorrangig das sich der Parasit
nicht vermehren kann und somit abstirbt.
Aufgrund der langen Entwicklungszeit des Parasiten ist eine Behandlungsdauer von mindestens
25 Tagen nötig.
Eine weitere Möglichkeit ist die kombinierte Wärmebehandlung und der Einsatz eines
malachitgrünhaltigem Medikaments. Die Wärmebehandlung wurde oben bereits beschrieben.
Die Zugabe des Medikaments sollte genau nach Dosierungsanleitung erfolgen. Unterdosierungen
bewirken die Entwicklung von resistenten Stämmen und der Erfolg bleibt aus. Deshalb sollte
hier das Motto gelten, lieber leicht überdosieren als resistente Stämme züchten.
Während der Behandlung mit dem malachitgrünhaltigen Medikaments ist das Licht auszuschalten,
da das Medikament bei Licht seine Wirkung verliert und sich verflüchtigt. Die Dauer der
Behandlung sollte hier mindestens 10 Tage dauern.
Als weitere Methode ist die Umsetzmethode bekannt. Bei der sind mindestens vier Becken
notwendig. Der betroffene Fisch bzw. die betroffenen Fische werden im 12 Stundenrythmus
umgesetzt. Dies ist jedoch herheblicher Stress für das Tier und das sollte nicht praktizierd
werden. Deshalb möchte ich auf diese Methode nicht näher eingehen.
In beiden Fällen ist bei notwendig werdenden Wasserwechseln entsprechend nachzudosieren.
Zurück zum Alltag:
Nach erfolgreicher Behandlung kann langsam zum Alltag zurückgekehrt werden. Dies geschieht
meist durch einen größeren Wasserwechsel, jedoch weiter mit nicht mehr so hoch temperierten
Neuwasser. Das Medikament wird abgesetzt und das Licht wieder ein geschalten.
Bei der Salzbehandlung wird die Dosierung des Salzes beim ersten Wasserwechsel um 25%
herabgesetzt. Bei weiteren regulären Wasserwechseln sollte die Dosierung um je weitere
25% herabgesetzt werden bis das Salz aus dem Wasser verschwunden ist.
Die Temperatur sollte in beiden Fällen so gesenkt werden wie sie gestiegen ist.
Also stündlich max. 1°C bis zur gewünschten Temperatur.
Ich hoffe ich konnte Euren Tieren helfen und wünsche weiter viel Spaß mit dem Hobby.
aus aktuellem Anlass möchte ich hier einen kurzen Nachtrag einbringen.
Seit dem Jahr 2004/2005 häufen sich die Schilderungen
über "behandlungsresistente" Weißpünktchenerreger.
Zu diesem Thema nimmt Frau Dr. Lechleiter in der Datz 6/2007 Stellung:
In diesem Beitrag wird erwähnt, dass es teilweise schwer fällt die Weißpüncktchenkrankheit mit
den herkömmlichen Methoden zu bekämpfen. Wärmebehandlungen schlagen nicht mehr an, da der
Erreger auch die 34°C überlebt. Malachitgrünoxalat wirkt nicht mehr gegen die Schwärmer,
da sich der Erreger auf der Haut vermehrt. Auch wird vermutet dass sich selbst die Schwärmer
vermehren können, sodass man deutlich länger behandeln muss.
Weiterhin wird von einem "neuen" Erreger geschrieben, welcher nicht mehr den
Hufeisenkern sondern einen Kreisrunden Kern haben soll. Konnte in diesem Beitrag nicht
eindeutig geklärt werden.
Was ist nun NEU für uns Aquarianer?
Wenn die herkömmliche Behandlung nicht greift kommen nun die neuen Behandlungsvorschläge zum
greifen. Diese sollen nun als Kombination verwendet werden.
Demnach sollen neben Malachitgrünoxalat noch folgende Grundstoffe zum Einsatz kommen.
Inwieweit diese als Gesamtkombination helfen kann ich nicht sagen.
Frau Dr. Lechleiter gibt folgende an. Dabei geht der Einsatz als
"entweder" - "oder":
- Acriflavin
- Nifurpirinol
- Oodinium-Mittel
- Metronidazol/Dimetridazol
Ganz wichtig ist auch eine unbedingte Behandlungsdauer von 14 Tagen, auch wenn die
Pünktchen nicht mehr sichtbar sind. Sonst sind schwere Rückfälle zu erwarten.
Die Firma JBL schlägt hier in Ihrem Geamtkatalog seit längerer Zeit die Kombination von
Punktol (1/2), Furanol(1/2) und Oodinol (1)
gegen "resistente" Erreger vor.
Allgemeiner Zusatz:
Da ich keine medizinische Ausbildung habe und diese Ausführung auf Angaben in der
Fachliteratur, Gesprächen mit erfahrenen Aquarianern und meinen eigenen Erfahrungen
zusammengestellt wurden, übernehme ich keine Haftung für Schäden die durch Nachahmen
der hier aufgeführten Tipps entstehen.
Dieser Beitrag ist ebenfalls in
www.cichlidenwelt.de
und im Aquarium-Forum nachzulesen.
Hier besteht eine Genehmigung zum veröffentlichen des Beitrages!