Krankheiten, Übersicht, Behandlung, Diagnose, Bilder

Urheberrecht:
Sehr geehrte Leser und Leserinnen,
da es in der letzten Zeit vermehrt vorgekommen ist, dass diese Beiträge kopiert wurden und auf anderen Internetseiten als eigene Arbeiten angepriesen werden, möchte ich hier auf das Urheberrecht hinweisen. Auch mit einem Verweis auf den Verfasser, sowie die Vervielfältigung, Kopie oder Abänderung dieser Texte ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Verfassers zulässig. Zuwiderhandlungen werden rechtlich verfolgt. Dies kann erhebliche Strafen mit sich ziehen.

Übersicht der häufig im Aquarium anzutreffenden Fischkrankheiten:

Hallo,

Ich habe mir die Arbeit gemacht und mich umgeschaut. Als Resultat habe ich eine Übersicht über häufige Fischkrankheiten und Symptome erstellt. Dabei gehe ich bei den erwähnten Krankheiten nur kurz auf die Symptome ein und versuche die geeigneten Mittel zur Bekämpfung aufzuführen. Wichtig ist vorweg noch zu erwähnen dass einige Krankheiten von den Symptomen her nicht eindeutig zu diagnostizieren sind. Ihr könnt in solchen Fällen direkt in einer E-Mail bei mir nachfragen. Weiterhin stehen einige Tierärzte zur Verfügung, die es sicher auch in Eurer unmttelbaren Umgebung gibt. Der Einsatz von Medikamenten sollte immer wohl bedacht sein, da ein falsch eingesetztes Medikament fatale Folgen für unsere Pfleglinge haben kann.

Als erstes möchte ich aus eine Sache eingehen die eigentlich keine Krankheit ist, jedoch oft zu Symptomen führen die Krankheitsähnlich sind.

Vergiftungen

Hier können eine Vielzahl an Faktoren Schuld sein. Zu einem können falsche Haltungsbedingungen, falsche Fütterung zu einer starken Belastung von Nitrit, Nitrat und Phosphat zu Vergiftungserscheinungen führen. Weiterhin kann vorbelastetes Leitungswasser mit Chlor und Kupfer versetzt sein. Aber auch unsachgemäße Reinigung der Hände oder Dekorationsgegenstände können giftige Substanzen im Aquariumwasser lösen (z.B. Seife, Reinigungsmittel). Zu erkennen sind Vergiftungen recht schwer, da sie meist einige Symptome aufweisen die auf Krankheiten schließen lassen. Jedoch gilt als ein wichtiges Indiz die Veränderung meist aller Fische im Becken oder empfindliche Arten reagieren als erstes. Hier einige Erkennungsmerkmale für Vergiftungen: Atemprobleme, Schreckhaftigkeit, Umherjagen im Becken, intensivere Färbung oder starkes Verblassen, Taumeln und Apathie
Um hier Abhilfe zu schaffen reicht meist schon ein großer Wasserwechsel von mindestens 80-90%. Als Neuwasser wird hier unbelastetes oder aufbereitetes Wasser verwendet. Chlor kann durch starke Belüftung ausgetrieben werden. Nach einer Vergiftung sollte kurzzeitig über Aktivkohle gefiltert werden um evt. schädlichen Rückstände zu entfernen. Wenn sich das Leben und das Verhalten der Fische normalisiert hat kann die Aktivkohle gegen das gewohnte Material getauscht werden.

Im Anschluss will ich kurz auf einzelne Vergiftungen eingehen, da sie relativ oft anzutreffen sind. Hierzu zählen:

Chlor:

Dieses Element ist sehr giftig und führt in kleinsten Dosierungen (0,1mg/L) schon zum Tod des gesamten Besatzes. Dabei werden durch das Chlor die Kiemen angegriffen und zerstört. Somit kommt es zur Atemnot und zum Erstickungstod.

Laugen und Säuren (Detergenzien):

Diese Mittel können ebenfalls zum Tod führen. Dies ist jedoch von Mittel, Dosierung und Beckengröße abhängig. Auf die einzelnen Mittel einzugehen würde den Rahmen hier sprengen. Diese Mittel setzen die Oberflächenspannung des Wassers stark herab. Weiterhin greifen diese Mittel die Kiemen an und zerstören die roten Blutkörperchen sowie die schützende Schleimhaut. Deshalb sollte jeder Aquarianer peinlichst darauf achten das niemals Reinigungs-, Wasch- und Spülmittel ins Becken gelangen.

Kupfer, Eisen und Blei:

Bei diesen Schwermetallen sind ebenfalls schon geringe Dosierungen toxisch und führen bei längerem Aufenthalt zum Tod. Die Fische reagieren mit einer stark vermehrten Schleimhautabsonderung. Auch hier werden wiederum die Kiemen stark angegriffen, wodurch die Atemfrequenz steigt und der Erstickungstod eintreten kann. Weitere Symptome sind das hektische Schwimmen der Fische im Becken bis zum herum schießen. Kupfer und Blei kann durch unsere Wasserleitungen ins Becken gelangen. Eisen in reiner Form nur durch Dekorationsgegenstände (Mineralhaltige Steine usw.) Wir sollten peinlichst darauf achten um zu verhindern das diese Schwermetalle ins Becken gelangen.

Stickstoffverbindungen:

Diese Verbindungen sind in unseren Becken meist vorhanden. Durch Fischkot, Pflanzenabfälle und Futterreste entstehen diese Abbauprodukte. Dabei entstehen folgende Produkte Ammoniak (NH3), Ammonium (NH4), Nitrit (NO2), Nitrat (NO3) und Harnstoffe. Durch den Abbau dieser Stoffe wird Sauerstoff verbraucht. Steht dieser Sauerstoff nicht ausreichend zur Verfügung verlangsamt sich der Abbau und die Werte der Stickstoffverbindungen steigen. Dabei können sie Vergiftungen hervorrufen und zu Tod der Fische führen. Als oberste Grenzwerte werden hier für Ammoniak à 0,2 mg/L, Nitrit sollte nicht nachweisbar sein und Nitrat mit 200mg/L angegeben. Ammonium ist hingegen PH-Wert abhängig.

Schwefelwasserstoff:

Diese Verbindung entsteht durch Faulgas im dreckigen und faulenden Bodengrund. Es ist ein Gas was man an dem nach faulen Eiern riechenden Geruch erkennt. Dabei handelt es sich um das giftigste Gas in unseren Becken und führt schon in den geringsten Mengen zum Tod der Fische. Erkennen kann man die Entwicklung von diesen Gasen durch ein vermehrtes Algenwachstum im Bodenbereich. Dabei bekommen die Fische eine veränderte Kiemenfärbung (meist violett) und zeigen deutliche Atemnot (Oberflächenschwimmen). Turmdeckelschnecken können als wirksames Mittel gegen eine Fäulnis im Bodengrund helfen. Weiterhin sollte man den Boden mit einer Mulmglocke bei regelmäßigen Wasserwechseln durcharbeiten. Weiterhin verhindert grober Kies eine Faulgasentwicklung. Sand hingegen sollte einer ständigen Reinigung unterliegen.


Nun zur Krankheitsübersicht - Hier könnt Ihr fast alle Krankheiten nachlesen.

Nun soll aber auf die einzelnen Krankheiten eingegangen werden. Dabei kommen jedoch auch Haltungsfehler zur Sprache. Diese haben aber oft auch Symptome die auf Krankheiten schließen lassen könnten.

Krankheitsbilder und Symptome:

Argulus sp.

siehe Fischlauskrankheit

Augenwürmer

siehe Wurmstar

Bakterielle Flossenfäule

Die Erreger dieser Krankheit sind Bakterien der Gattung Pseudomonas, Aeromonas und Vibrio. Sie treten bei schlechter Wasserqualität vermehrt auf und befallen geschwächte Fische zuerst.
Die bakterielle Flossenfäule ist am Anfang an einer Trübung der Flossen zu erkennen. Im fortschreiten sind dann eingerissenen Flossen oder ausgefransten Flossen zu erkennen. Die Flossen scheinen sich langsam aufzulösen. Wobei nicht nur die Flossenhaut, sondern auch die Flossenstrahlen betroffen sind. Meist zeigt sich auch ein weißlich pelziger Rand um die betroffenen Stellen. Dieser Rand kann, muss aber nicht auftreten. Im Endstadium zerstört der Erreger die Flossenwurzel.
Bei der Behandlung kommt die Temperaturbehandlung mit einer Optimierung der Wasserwerte zur Anwendung. Weiterhin können Medikamente wie Trypaflin oder Sulfonamiden eine Behandlung unterstützen. Aber auch furazolidonhaltige Medikamente versprechen eine Besserung. Diese Medikamente sind in vielfältiger Form im Zoofachhandel erhältlich. Dauerbäder in dem rezeptpflichtigen Chloramphenicol soll eine schnelle und vollständige Heilung versprechen.


bakterielle Flossenfäule

Bakterielle Infektionen

Hier wird von einer großen Anzahl von Erregern gesprochen. Haben jedoch alle eine Wirkung. Sie schwächen Ihren Wirt. Wo immer diese Bakterien auftauchen, ob innere oder äußere Bakterien, sie können sich bei geschwächtem Immunsystem des Wirtes massenhaft vermehren.
Um bakterielle Infektionen zu behandeln, müssen wir ein sauberes Mileau schaffen, das Immunsystem der Fische stärken um anschließend mit einem geeigneten Medikament zu behandeln. Hier gibt es eine ganze Reihe von Medikamenten im Handel die durchaus Erfolgversprechend sind. Bei schwachem Befall kann man es auch mit natürlichen Mitteln probieren. Hier schaut einfach in die "alternativen Behandlungsmethoden".

bakterielle Erkrankungen bei Betta splendens Weibchen  bakterielle Erkrankungen bei Japan-Koi
bakterielle Erkrankungen bei L 144 Ancistrus sp.  Tod durch innerliche Bakterien

Bandwürmer

Bandwürmer treten in unseren Aquarien sehr selten auf. Wenn dann werden sie durch vorbelastete Wildfänge eingeschleppt. Einer der bekanntesten Bandwürmer ist der Cestoidea. Dabei tritt der Fisch als Zwischen- oder Endwirt auf und können sich im Darm oder als verkapselte Zysten in anderen inneren Organen aufhalten. Ein einschleppen der Bandwürmer über Cyclops oder Tubifex konnte noch nicht eindeutig nachgewiesen werden, gilt jedoch als mögliche Ursache eines Befalls. Die Symptome eines Befalls mit diesem Parasiten können Gewichtsverlust, Wachstumsstörungen, trübe Augen und wenn sichtbar blasse Kiemen sein. Weiterhin kann der After entzündet und der Kot wie bei Darmflagellaten schleimig sein. Da der Bandwurm schwer nachzuweisen ist, kann es schnell zum Tod des Fisches führen. Es sei denn man kann in einem mikroskopischen Präparat weißlich, länglich platte, fast rechteckige Segmente (Endstücke des Bandwurmes) nachweisen. Teilweise hängen auch einige Segmente zusammen.
Zur Behandlung kommt ein Mittel aus der Apotheke. „Piperacincitat“ ist ein Mittel gegen Kratzer, Bandwürmer und Trematoden. Dieses Mittel muss oral Verabreicht werden, also mit dem Futter. Leider hilft eine Behandlung in den seltensten Fällen, da ein Befall meist zu spät erkannt wird und der Fisch schon zu sehr geschwächt ist.

Bauchwassersucht

Diese Krankheit ist in den meisten Fällen eine Folgekrankheit, der eine andere schwere Krankheit vorhergeht. Die Bauchwassersucht wird sowohl durch Viren als auch durch Bakterien ausgelöst. Wer der wirkliche Erreger dieser Krankheit ist konnte noch nicht genau bestimmt werden. Die Krankheit wird meistens mit Schuppensträube und Glotzaugen begleitet. Zu erkennen ist sie an einem stark aufgeblähtem Bauch. Weiterhin treten die Augen hervor. Im fortgeschrittenen Stadium stellen sich die Schuppen ab. Meist ist zusätzlich der After der Fische entzündet.
Es soll noch eine weitere Variante der Bauchwassersucht auftreten können. Dabei treten weiß umrandete rote Geschwüre auf. Diese Wucherungen sind dann meistens schuppenfrei.
Die Bauchwassersucht ist äußerst ansteckend. Deshalb sollten befallene Tiere sofort, nach erkennen der Krankheit, isoliert werden.
Leider ist eine Heilung sehr schwer und in den meisten Fällen nicht mehr möglich, jedoch kann ein methylenblaues Mittel zur Anwendung kommen. Weiterhin soll ein niphurpirinolhaltiges oder furazolidonhaltiges Mittel erfolg versprechend sein. Beide Mittel kommen hier als Kurzbäder zum Einsatz.


Bauchwassersucht mit einher gehender Schuppensträube

Bauchwassersucht mit einher gehender Schuppensträube

Bauchwassersucht mit einher gehender Schuppensträube

Glotzaugen als Folge der Erkrankung

Beulenkrankheit

folgt in Kürze

Blutflagellaten

siehe Schlafkrankheit

Blutwurmkrankheit

Die Gattung Sanguinicola sind Saugwürmer und werden als Erreger für die Krankheit verantwortlich gemacht. Meist werden die Sanguinicola mit Schnecken in unsere Becken eingeschleppt. Als mögliche Anzeichen mit einem Befall schwimmen die Fische sehr langsam. Bei genauer Betrachtung der Kiemen fallen diese durch eine deutliche Verblassung auf. Dies ist die Folge von verstopften Kapillargefäßen.
Leider endet diese Krankheit bei allen befallenen Fischen tödlich.
Eine erfolgreiche Behandlung ist nahezu ausgeschlossen, da zwar die Erreger durch Salzbäder abgetötet werden können. Aber deren Eier werden dabei nicht behandelt. Diese wiederum verstopfen die Blutbahnen und die Nieren.

Chilodonella-Krankheit

Diese Krankheit wird durch Wimperntierchen (Ciliaten) der Gattung Chilodonella hervorgerufen. Diese Parasiten werden auch „Hautrüber“ genannt. Der Erreger vermehrt sich durch Querteilung. Dabei befällt er sehr oft geschwächte Fische. Meist sind verletzte Fische zuerst betroffen. Begünstig wird die Ausbreitung der Krankheit durch überfüllte Becken. Da der Erreger sehr ansteckend ist. Hier kann es schnell zum Tod durch zerstören der Haut und Kiemen bei den befallenen Fische kommen. Erkennen kann man diese Krankheit an einer Trübung der Haut und/oder Kiemen. Diese verläuft meist von weißbläulich bis Grau. Oft ist die Nackenregion der Fische befallen. Die kann bis zum Ansatz der Rückenflosse reichen. Teilweise kann sich die Haut in diesem Bereich in Fetzen ablösen. Die Haut wird sichtlich zerstört. Sicheres Indiz ist ein häufiges Scheuern der Fische an harten Gegenständen. Hinzu kommt eine relativ träge Schwimmweise der befallenen Fische. Bei einem Befall der Kiemen kommt es zu einer erhöhten Atemfrequenz.
Als sichere Mittel gegen die Erreger gelten Kochsalzlösung (Kurzbad) und Malachitgrün (Kurzbad). Weiterhin können Dauerbäder (10-12 Stunden) in Trypaflavin und gleichzeitiger Erhöhung der Temperatur auf 28-30°C als Heilmethode eingesetzt werden.
Eine sicher Vorbeugung ist die Vermeidung eines Überbesatzes im Becken und die optimalen Wasserbedingungen, wie Temperatur, PH-Wert, regelmäßige Wasserwechsel usw. Im Zoofachhandel sind heute auch sehr wirksame Mittel gegen diese Krankheit erhältlich. Hier wird sie ein Mitarbeiter in einem dieser Geschäfte sicherlich gut beraten.

Columnaris-Krankheit

Bei dieser Krankheit handelt es sich um den so genannten Maulschimmel. Sie tritt als grauweiße Flecken an Kopf, Maul, Körper, Kiemen und Flossen auf. Meist haben sie ein baumwollartiges aussehen. Im fortschreiten der Krankheit bilden sich flache Geschwüre heraus. Als Erreger kommen zwei Bakterienarten in Frage. Es handelt sich um Chondrococcus columnaris und Cytophaga columnaris. Sie bilden säulenartige Kolonien.
Zusätzlich treten Entzündungen an der Muskulatur auf. Dabei können auch die Blutkapillaren befallen werden und aufplatzen.
Leider ist diese Krankheit sehr ansteckend und kann binnen sehr kurzer Zeit den ganzen Aquariumbestand vernichten. Deshalb sollten bei ersten Anzeichen die befallenen Tiere sofort separiert werden. Weiterhin sind genaue Beobachtungen des Restbestandes nötig um Fische die im nach hinein erkranken schnell zu erkennen und diese ebenfalls zu entfernen. Weiterhin sollten sofort durch einen großen Wasserwechsel die Bedingungen im Becken optimiert werden und der Nitratgehalt im Becken gesenkt werden. Dabei sind Mulm und jegliche andere organischen Reste zu entfernen.
Als Medikament kommt das Antibiotika Terramycin zur Anwendung. Weiterhin können Kurzbäder in Kupfersulfat oder Malachitgrün den Schimmel stoppen bzw. bekämpfen.

Aushellung im Rückenbereich Ausblassen des Schwanzstiel's
Leider eine sehr schlechte Bildqualität!

Costia-Krankheit

Hier ist der Erreger der gleichnamige Costia necatrix. Es handelt sich hier um Geißeltierchen die sich in den Hautschichten festheften und dort fortpflanzen. Bei einem Befall kommt ein grauer bis schleimiger Belag auf dem Körper und den Kiemen zum Vorschein. Bei einem starken Befall kommt es zu Rötungen der Haut bis hin zu blutunterlaufenen Stellen. Die Fische sondern sich ab und schwimmen in schaukelnden Bewegungen durchs Becken. Dabei können sie die Flossen zusammen klemmen. Weiter wirken die Fische matt, träge und können mit der Zeit stark abmagern. Öfters wurde auch das Scheuern an Gegenständen beobachtet. Da die Krankheit hoch ansteckend ist sollte mit einer Behandlung sofort begonnen werden. Hier kommt die Wärmebehandlung zum Einsatz, da die Parasiten ab 30°C absterben. Weiterhin können bei stark befallenen Fischen Kurzbäder mit Salz erfolgreich sein. Heilmittel gibt es ebenfalls im Zoofachhandel. Weiterhin kann man hier auch Trypaflavin helfen. Ebenfalls in einem Kurzbad angewendet.
Diese Krankheit ist sehr oft in Jungfischbeständen anzutreffen und können bei einem Massenbefall schwere Schäden verursachen. Hier führt sie schnell zum Tod und Verlust ganzer Nachzuchten.

schleimiger Belag durch Costia - Befall
Schleimiger Belag durch Costia-Erreger

Dactylogyrus

siehe Kiemenwurmkrankheit

Darmflagellaten

siehe gesonderten Beitrag

DMS

(Delaged Mortality Syndrome)
siehe Stress

Doppeltierkrankheit

Unsere Fische weisen geschwollene oder verwachsene Kiemen auf. Dann können sogenannte Doppeltierchen der Gattung Diplozoon die Ursache sein. Ihr auftreten ist jedoch eher selten, aber es ist möglich. Doppeltiere heißen diese parasitären Erreger weil sie immer zweigeschlechtig auftreten. Hier kommt es zur dauerhaften Verwachsung von Männchen und Weibchen. Diese Paare saugen sich dann an den Kiemen fest wo es zu oben genannten Symptomen kommt. Eine extreme Schwächung des Wirtsfisches bleibt aber meistens aus. Eine Behandlung mit einem Kurzbad in [url=Unsere Fische weisen geschwollene oder verwachsene Kiemen auf. Dann können sogenannte Doppeltierchen der Gattung Diplozoon die Ursache sein. Ihr auftreten ist jedoch eher selten, aber es ist möglich. Doppeltiere heißen diese parasitären Erreger weil sie immer zweigeschlechtig auftreten. Hier kommt es zur dauerhaften Verwachsung von Männchen und Weibchen. Diese Paare saugen sich dann an den Kiemen fest wo es zu oben genannten Symptomen kommt. Eine extreme Schwächung des Wirtsfisches bleibt aber meistens aus. Eine Behandlung mit einem Kurzbad in Kochsalzlösung für 15-20min. kann schon Abhilfe schaffen. Aber Vorsicht, nicht alle Fische vertragen eine derartige Prozedur.Kochsalzlösung für 15-20min. kann schon Abhilfe schaffen. Aber Vorsicht, nicht alle Fische vertragen eine derartige Prozedur.
Nachtrag: Seit kurzem ist ein neues Medikament der Firma "sera" auf dem Markt. Es klingt sehr viel versprechend.

erblich bedingte Deformationen

Dabei handelt es sich nicht um Krankheiten in dem Sinne, sondern um Gendefekte. Diese können mitunter in der Natur sporadisch vorkommen. Doch LEIDER werden die Gendefekte auch durch Überzüchtung und Inzucht hervorgerufen. Teilweise spricht man hier auch von einer Degeneration welche zu Abweichungen vom normalen Körperbau kommen. Hier liegt es an uns Aquarianern bei Zuchtgruppen, durch einbringen von "frischen Tieren" dem vorzubeugen. Leider werden teilweise diese Gendefekte genutzt um neue Fischformen heraus zu züchten. Dabei kommen gelegentlich die bezeichneten "Qualzuchten" heraus. Auch diese gilt es von uns verantwortungsbewussten Aquarianern zu unterbingen bzw. einzuschränken.
Hier in diesem Beitrag soll jedoch auf die erblich bedingten Gendefekte hingewiesen werden.

 

Deformierte Flossen und deformiertes Maul, durch genetische Defekte

Falsche Neonkrankheit

(Siehe auch Columnaris-Krankheit)

Fischassel

Mit Wildfängen gelangen nicht selten die verschiedensten Krankheitserreger in unsere Aquarien. Dabei sind oft Parasiten die unseren Fischen stark zu schaffen machen. Einer dieser Vertreter ist die Fischassel Livoneca symmetrica. Dieser Schmarotzer lebt im und am Fisch und kann bis zu 2,5cm groß werden. Es handelt sich dabei um eine blutsaugende Assel. Sie siedelt sich oft im Kiemen oder Mundraum an, jedoch wurden Sie auch schon in der Leibeshöhle (z.B. beim Neon) gefunden. Sollte man einen solchen Schmarotzer entdecken so ist er vorsichtig mit einer Pinzette zu entfernen. Leider schädigt die Fischassel seinen Wirt derart das man die Assel erst nach dem verenden des Wirtes entdeckt.


Fischegel

Ein weiterer Parasit, der unsere Fische schädigen kann. Dieser wird teilweise mit Lebendfutter eingeschleppt. Behandlung erfolgt nur über ablesen und herausfangen.

Fischlauskrankheit

Hier handelt es sich nicht um eine Krankheit sondern um den Befall mit einem parasitär lebenden Tier aus der Gruppe der Argulus sp.. Diese krebsartigen Tiere haben einen schildartigen Deckel der sie vor der Umgebung schützt. An der Unterseite ist das Augenpaar gut zu erkennen. Weiterhin befinden sich auf der Unterseite noch zwei so genannte Saugnäpfe, zwei antennenartige Auswüchse und er Stachel. Auch Stilett genannt, welches er zum saugen der Wirtsblutes benötigt. Die Stichwunde ist besonders für sekundäre Infektionen geeignet. Dabei kann es zu Entzündungen kommen. Aber es können auch weitere Krankheiten übertragen werden. Hier ist besonders die bakt. Bauchwassersucht und auch Blutparasiten genannt.
Die Fischlaus (in unseren Aquarien meist 3-5 mm groß) kann ihren Standort auf dem Fisch verändern, sodass wir einen vermutlichen Parasiten an verschiedenen Stellen entdecken können. Auch kann der Parasit vom Fisch abgestreift werden bzw. verlässt den Fisch nach der Nahrungsaufnahme um dann zu Boden zu fallen und dann einen anderen Wirt zu befallen.
Eingeschleppt wird dieser Parasit über Tümpelfutter aus Tümpeln mit Fischbesatz. Hier ist besondere Vorsicht geboten.
Hat man einmal diesen Parasit im Aquarium so ist dieser nur durch ablesen mit einer Pinzette wieder zu entfernen. Es wird vermutet das sich der Argulus sp. auch im Aquarium vermehrt, sodass nach einem Befall nur mit besonderer Obacht der Lage entgegnet werden kann.


Fischlaus

Fischschimmel

Diese Krankheit wird durch Erreger der Gattungen Oomycetales, hier speziell die Arten der Saprolegnia und Achyla ausgelöst. Es sind Pilze, die sich in der Regel auf abgestorbenen tierischen Produkten wie Fischkadavern, abgestorbenen Eiern und ähnlichem ansiedeln. Dabei machen sie vor geschädigten lebenden Tieren, hier besonders die Schleimhaut, nicht halt. Wobei stabile und gesunde Fische verschont bleiben. Als Ursachen einer Infektion können Verletzungen der Schleimhaut sein. Aber auch zu niedrige Wassertemperaturen (eine der häufigsten Ursachen) können diese Krankheit auslösen. Weiterhin kommen extreme PH-Wertabweichungen, sowie Säuren und Laugen, Schädigung durch aufbrechende Geschwüre und Kiemen und Flossenfäule als Ausbruchsursachen angesehen werden. Wenn es zum Ausbruch kommt zeigen die betroffenen Fische folgende Symptome:
Betroffene Hautstellen bekommen einen wattebauschartigen Belag (bis zur Braunfärbung), Dabei können weiter Haut, Flossen, Augen und Kiemen befallen werden. Ich selber konnte einen lebenden Roten Cichliden mit einem ca. 1cm breiten Saum am gesamten Körper beobachten. Werden die Tiere dem Wasser entnommen so fällt dieser Belag in sich zusammen.
Um den Fischen zu helfen wird die Temperatur langsam erhöht (Wärmebehandlung) und durch abgestandenes, klares und sauberes Wasser für bessere Bedingungen gesorgt. Weiter sollen Kurzbäder in Kaliumpermanganat (KMnO4) für Abhilfe sorgen. Man kann die befallenen Stellen mit Rivanol einstreichen. Weiterhin soll ein malachitgrünhaltiges Mittel zu einer Besserung führen.
Die meisten im Handel angebotenen Mittel bekämpfen nicht den Schimmel, sondern die bakterielle Primäinfektion.

Fischtuberkulose

Dies ist eine sehr tückische Krankheit, da sie sehr viel Symptome hat und schnell mit anderen Krankheiten verwechselt werden kann. Als Symptome kommen folgende Anzeichen einzeln oder vereint vor. Hier können Fressunlust und Wirbelsäulenverkrümmungen, Abmagerung (Hohlbauch, Messerrücken), Aufquellen der Leibeshöhle, ein aufhellen der Farben, Flossenrückbildung vertreten sein. Weiterhin bilden sich Entzündungen auf der Haut. Aber auch innere Organe können in Mitleidenschaft gezogen werden. Hier bilden sich dann Knötchen in und an den Organen. Es kommt zu Schwimmstörungen, Glotzaugen, Hautveränderungen, Kieferverkrüppelungen oder gar zum herausfallen einzelner Augen.
Trotz der Vielfalt der Symptome ist ein Nachweis der Krankheit sehr schwierig und sollte von einem Tierarzt ermittelt werden, da der genaue Erreger noch nicht bekannt ist. Es wird jedoch vermutet das Bakterien der Gattung Mycobacterium die Auslöser sind.
Da die Krankheit auch auf Menschen übertragbar ist (Hautentzündungen an wunden Hautstellen usw.) sollte man befallene Fische nie mit bloßen Händen berühren und ein Kontakt mit dem Aquariumwasser meiden.
Ein wirksames Heilmittel gegen die Fischtuberkulose gibt es nicht wirklich. Intensivbäder bzw. Kurzbäder in Aureomycin (26 mg / Liter für 5-8 Tage) oder Methylenblau (2 g / 1000 Liter für 2 Wochen) sollten schon Erfolg gezeigt haben, die beste Therapie liegt jedoch auch hier in der Vorbeugung durch optimale Halterungsbedingungen.

 

Offene Wunden verursacht durch Tuberkulose

Fräskopfwürmer

Als Erreger dieser Krankheit wurden Würmer der Gattung Camallanus cotti identifiziert. Sie setzten sich im Darm der Fische fest. Bemerkt werden diese Würmer meist bei still im Wasser stehenden Fischen. Bei befallenen Fischen hängen dann die Enden der roten Würmer aus dem After heraus. Dabei kann der After der befallenen Fische stark vergrößert sein. Die getrenntgeschlechtigen Würmer können eine enorme Größe entwickeln. Wobei hier meist die weiblichen Würmer zu sehen sind. Sie werden teilweise bis zu 10mm lang. Die männlichen Würmer dagegen nur etwa 3mm. Fräskopfwürmer verbeißen sich in der Darmwand, wo sie sehr fest anhaften und die Blutzirkulation unterbrechen, was zum Absterben der Darmzellen führt. Somit wird der Darm perforiert und für weitere bzw. andere Erreger durchlässig. Die Würmer selbst können sich nur über Zwischenwirte vermehren. Sie können durch Lebendfutter in die Aquarien eingeschleppt werden. Hier sind besonders Wasserasseln, Insektenlarven und Cyclops bekannt. Es gibt jedoch auch asiatische Stämme der Gattung Camallanus lacustris. Diese können sich selbst in unseren Becken vermehren, da sie bereits lebende Larven zur Welt bringen.
Als Symptome sind außer den zusehenden Wurmenden noch Verblassen, Abmagerung und zurückziehen der Fische an einen geschützten Fleck im Becken erkennbar. Es wird wenig gefressen und nach einiger Zeit tritt der Tod der befallenen Fische ein.
Zur Behandlung kann man die so genannte Gittermethode anwenden, da diese Erreger keine Schwärmer entwickeln und die Larven mit dem Kot durch ein Gitter fallen durch das die Fische nicht hindurch kommen. Als medikamentöse Behandlung kommen Levamisol – haltige Mittel wie Concurat-L10% zur Anwendung. Hier wird das Mittel in Wasser gelöst oder dem Lebendfutter beigemischt. Wenn das Lebendfutter beginnt zu sterben wird es sofort verfüttert. Als nächstes Medikament kann man Flubendazol anwenden. Hier wird 20mg je 10Liter Beckeninhalt vorgelöst dem Becken beigegeben. Diese Behandlung nach 6 und 12 Tagen wiederholen. Dabei sollte über den gesamten Zeitraum das Becken stark durchlüftet und auf Wasserwechsel verzichtet werden.
Nachtrag: Seit kurzem ist ein neues Medikament der Firma "sera" auf dem Markt. Es klingt sehr vielversprechend.

Furunkulose

Bekannt wurde diese Krankheit bereits zum Anfang des letzten Jahrhunderts. Hier trat sie vermehrt bei Salmoniden, wie Forellen, auf. Dabei bilden sich, ca. 0,2-2 cm große Beulen oder gar Geschwüre. Diese eitrigen Gebilde können aufbrechen und die Flüssigkeit ins Wasser ergießen. Hier besteht schon die größte Ansteckungsgefahr für andere vergesellschaftete Pfleglinge. Weitere Symptome sind trübe bis ausgefranste Flossen. Bei schlechter Wasserqualität kann es auch zu einem verpilzen der offenen Wunden kommen. Hier liegt das Augenmerk auf ein sauberes Wasser (regelmäßige Wasserwechsel und Besatzkontrolle).
Befallen werden können fast alle Körperregionen, da der hier verantwortliche Erreger aus der Gruppe der Aeromonas sehr variabel sein kann. Der Aeromonas salmonicida, welcher ein Stäbchenbakterium von ca. 2 Mikrometer als grammpositiver unbeweglicher Paarbildender oder gar in Kettenform vorliegender Erreger vorkommt, befällt dabei die inneren Organe, welche blutige Stellen aufweisen können. Weiterhin sind besonders die Flossen, die Muskulatur, Haut und Kiemen gefährdet. Übertragen wird dieser Aeromonas durch Überbesatz, fressen von Kotresten oder gar toten Tieren. Dies wird alles begünstigt durch verschmutztes Wasser und begünstigt einen Rückfall nach gründlicher Desinfektion des Aquarium und anschließend vernachlässigter Hygiene im Aquarium.
Behandelt wird diese Erkrankung mit Sulfonamide. Hier speziell mit sulfathiazolhaltigen Mitteln. Hier spricht man von ca. 1g auf 10 Liter im Dauerbad von ca. 5 Tagen. Jedoch besteht hier das Problem mit der Filterung. Hier sollte während der Behandlungszeit nur ein Sprudelstein für ausreichend Bewegung im Aquarium sorgen, um ein absinken des Medikaments auf den Boden zu verhindern. Ein Filter wird die Medikamententeilchen ausfiltern und somit den Erfolg schmälern. Bei der eigenen Herstellung einer Lösung sollte man auf den Entstehenden Überdruck in der sogenannten Schüttelflasche achten und gegebenenfalls abgelassen werden.
Alternativ kann man es jedoch auch mit Mitteln aus der Apotheke versuchen. Hier bieten sich Chloramphenicol besonders gut an. Als sogenanntes Dauerbad kommen 40mg auf einen Liter Wasser zur Anwendung. Dies sollte ca. 15 Stunden zur Anwendung kommen. Weiterhin kann man es auch mit Tetracyclin versuchen. Auch hier wird ein sogenanntes Dauerbad angewendet und mit 1gauf 100 Liter für ca. 4 Tage dosiert. Nachteil von Tetracyclin ist das dass Wasser stark gefärbt wird und man sich von Pflanzen verabschieden kann. Diese können geschädigt werden.

Gasblasenkrankheit

Hier muss man etwas ausholen, denn die Gasblasenkrankeit taucht nicht ohne weiteres in einem gut funktioniereden Aquarium auf. Uns Aquarianern sollte bekannt sein das unser Wasser bei bestimmten Temperaturen in der Lage ist mehr oder weniger Gase zu binden. Kaltes Wasser enthält mehr lösliche Gase als warmes Wasser. Zum Beispiel nimmt der Sauerstoffgehalt über 30°C stark ab. Aber auch der PH-Wert trägt sein übriges dazu bei. In unseren Aquarien sollte dieser immer zwischen 6 und 8 liegen. Fällt der PH-Wert unter 5,3 kann es auch hier für unsere Fische gefährlich werden.
Die Gasblasenkrankheit hat etwas mit plötzlichen Veränderungen der Wasserwerte und Temperatur zu tun.
Besonders die plötzliche Veränderung der Temperatur (ansteigen) kann zu einem Überschuss an gelösten Gasen im Wasser und im Fisch führen. Während das Wasser anfängt auszuperlen kann der Fisch die überschüssigen Gase nicht ableiten. Es entstehen Gasblasen in den Gefäßen (Embolien) und für uns sichtbar auf der Haut. Kommt man nun an die Haut springen diese Blasen unter knisternden Geräuschen auf. Die Gasblasen in den Gefäßen können hingegen tödlich für den fisch ausgehen.
Der Gasblasenkrankheit kann man Vorbeugen indem man z.B. Fische nach dem Transport langsam an die neue Umgebung gewöhnt. Auch extreme Temperaturschwankungen bei den anstehenden Wasserwechseln sollte man vermeiden.
Wenn die Krankheit auftritt sollte man schnellstmöglich die Wasserwerte bzw. die Temperatur wieder angleichen.

Geschwüre

siehe Tumore

Goldstaub Oodinium Krankheit

siehe Samtkrankheit

Gyrodactyliden

Bei dieser Krankheit lebt der Erreger (Saugwürmer) auf der Haut. Es handelt sich hier um Erreger der Gattung Gyrodactylus. Wobei mehrere Arten bekannt sind (G.bullatarudis, G.cyprini, G.elegans und G.medius). Alle Erreger ernähren sich von der obersten Haut. Dort sind sie durch Hauttrübungen und rot entzündete Stellen zu erkennen. Weiterhin können betroffene Hautstellen weißlich bzw. durchscheinend wirken. Durch den Befall kommt es zu einer starken Schleimhautabsonderung und die Fische scheuern sich an Gegenständen. Hervorgerufen werden sie durch eine schlechte Wasserhygiene und damit verbunden kommt es zu einer Massenvermehrung. Dies kann sprunghaft erfolgen, da dieser Erreger bereits mehrere Generationen in sich trägt.
Zur Behandlung kommen hier Kurzbäder in Frage. Als heilende bzw. wirksame Mittel kann man Ammoniumhydroxid (max.60sec.), Kochsalzlösung (15min) oder Dauerbäder über mehrere Tage in Trypaflavin (1g/100L).

 

Hautwürmer

siehe Kiemenwürmer

Hexamita

Dieser Krankheit wird durch Geißeltierchen der Gattung Hexamita ausgelöst. Die Erreger befinden sich latent als Einzelexemplare in den meisten Fischen im Verdauungstrakt. Zum Ausbruch kommt es wenn sich durch eine andere Krankheit oder Immunsystem schwächenden Stress eine vermehrte Vermehrung der Erreger stattfindet. Dabei werden innere Organe angegriffen. Vor allen hier der Darm, Niere und die Gallenblase.
Befallene Fische machen schießende Bewegungen. Weiterhin verlieren sie die Fresslust und magern somit ab und können sich dunkel einfärben. Der Erreger kann dann im Darm infizierter Fische nachgewiesen werden. Hier ist der Darm in der Regel stark verschleimt und entzündet. Die Gallenblase ist verhärtet und vergrößert. Meist setzt der Fisch auch schleimigen Kot ab.
Zur Behandlung kann bei stabilen Cichliden und vor allem beim Diskus eine extreme Wärmebehandlung durchgeführt werden. Hierbei sollte die Temperatur für 5 Tage über 35°C gebracht werden. Sie darf während der Zeit die angegebene Temperatur nicht unterschreiten. Sonst kann man bei anderen Fischen das im Handel erhältliche Präperat mit dem Namen Hexa-Ex verwenden. Weitere hilfreiche Mittel sind Metronidazol oder Dimetridazol. Hier genau auf die Dosierung achten!

Hornhautentzündung

Nicht alles muss eine Krankheit sein. Bei dem hier behandeltem Symptom kommt es durch Verletzungen an der Hornhaut des Auges zu einer Eintrübung. Diese Verletzung der Hornhaut kann durch unsachgemäßes heraus fangen aus dem Aquarium, scheuern im Transportbeutel oder durch Verletzungen an Dekorationen im Aquarium entstehen. Bei guter Wasserqualität und einer evt. Berichtigung der Besatzauswahl sollte diese Hornhautentzündung schnell wieder vollständig verheilen. Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben so kann es zu Sekundärinfektionen kommen. Meist verpilzt dann das betreffende Auge. Wird hier nicht schnell Abhilfe geschaffen kann es zum Verlust der Augenfunktion kommen oder der Fisch verliert das Auge ganz.

Ichthyophonus hoferi

(Ichthyosporidium)
siehe Taumelkrankheit

Ichthyo

siehe Weißpünktchenkrankheit

Ichthyophthirius multifiliis

siehe Weißpünktchenkrankheit

Kiemenkrebskrankheit

Hüpferlinge (Copepoda) sind uns allgemein bekannt. Aber es sind nicht nur Futtertiere unterwegs. Unter diesen Hüpferlingen können auch Krankheitserreger der Gattung Ergasilus mit bei sein. Hier leben jedoch nur die weiblichen Tiere parasitär. Diese können über 1,5 mm lang werden und klammern sich in den Kiemen ihres Wirtes fest, wo sie dann ihr parasitäres Leben beginnen. Die Weibchen sind (wie bei Lerneae) deutlich an den doppelten Eisäcken zu erkennen. Deutliche Symptome sind Schnellatmigkeit, Atemnot und abgespreizte Kiemendeckel. Dabei kann man bei genauer Betrachtung die gelblichen Parasiten genau erkennen. Sie ernähren sich vom Kiemengewebe, welches sie somit langsam zerstören. Dabei treten schwere Entzündungen im Kiemengewebe auf. Weiterhin werden die Funktionen der Kiemen stark reduziert bis eingestellt.
Um einen Befall vorzubeugen sollte man bei „Tümpelfutter“ darauf achten das der Fangteich ohne Fischbesatz ist.
Eine Behandlung ist mir derzeit nicht bekannt. Man könnte es jedoch gegen Saugwürmer versuchen. Hier bietet der Fachhandel eine Reihe von Medikamenten an. Auch ist eine Temperaturbehandlung in Verbindung mit der Salzbehandlung möglich und sollte einmal versucht werden.

Kiemenwurmkrankheit

(Dactylogyrus)
Die durch den Dactylogyruserreger ausgelöste Krankheit ist sehr unauffällig und mit dem bloßen Auge nicht erkennbar. Der Dactylogyruserreger ist ein Saugwurm der vorrangig die Enden der Kiemenblättchen befällt. Dabei bewirkt der Erreger Kiemenschäden, Kiemenrötungen, Kiemenblutungen, Verwaschungen, Verschleimungen und Schwellungen der Kiemen. Dennoch kommt dieser Erreger sehr selten in unseren Becken vor. Öfters sind Erreger der Gattung Tetraonchus und Cichlidogyrus. Alle haben aber die selben Symptome. Dabei werden besonders Jungfische befallen und schädigt diese bei starkem Befall. Bei einem Ausbruch werden die Kiemen beschädigt und die Blutgefäße zerstört. Dadurch kommt es zum Ausfall der Atemtätigkeit und der Fisch erstickt qualvoll.
Zur Behandlung kommen ausschließlich Kurzbäder. Hier können Salzintensivbäder und Kurzbäder in Ammoniumhydroxidlösungen helfen. Man kann aber auch Trypaflavin als Dauerbad für mehrere Tage ansetzen.

Knötchenkrankheit

siehe Beulenkrankheit

Korallenfischkrankheit

folgt in Kürze

Kratzer

Als Erreger dieser Krankheit werden Kratzer (Acanthocephalla) im Darm gefunden. Dieser hakenbesetzte Wurm tritt bei Befall vermehrt auf und ist bei geöffneter Leibeshöhle mit einer Lupe im Darm sichtbar. Es handelt sich hier um runde, weißlich oder gelbe Würmer. Eigenheit der Kratzer ist eine Nahrungsaufnahme über den gesamten Körper. Da die Entwicklung der Kratzer mehrere Stadien erfasst werden diese meist mit getümpeltem Lebendfutter eingeschleppt. Hier können sie in Zwischenwirten wie Bachflohkrebse, Wasserasseln und anderen Insektenlarven auftreten. Befallene Fische können mit einzelnen Kratzern gut leben und durch Ihr Immunsystem in Schach halten. Bei verstärktem Auftreten können die Fische abmagern und eingehen. Teilweise treten Entzündungen am After auf. Innerlich kann es durch die Verletzung der Darmwand (Hakenrüssel) zu Blutungen kommen. Bei Massenbefall werden die Kratzer zu Nahrungskonkurenten und lassen den Fisch innerlich verhungern. Dabei kann es soweit gehen das die Masse der Erreger den Darm verstopft (Darmverschluss).
Diese eigentlich sehr selten auftretende Krankheit kann man nicht bekämpfen. Es gibt bisher keine geeigneten Medikamente die die Tiere im Darm bekämpft. Deshalb sollte man befallene Fische heraus fangen und töten. Als Vorbeugung sollte man auf das verfüttern von lebenden Bachflohkrebsen, Wasserasseln und Insektenlarven verzichten.

Laugen- und Säurekrankheit

Siehe Säure- und Laugenkrankheit

Lernaea

Hierbei handelt es sich eigentlich um keine Krankheit sondern den Befall mit einem Parasiten aus der Gattung der Hüpfelinge (Copepoda). Zu Ihm zählen eine ganze Gruppe von Lernaea und Lernaeocera. Diese Parasiten sind eine Art „Ankertier“ welches sich mit seinen chitinartigen Werkzeugen am Wirt festklammert. Dabei können alle Regionen am Tier befallen werden.
Meist werden diese Parasiten, die in ihrem Larvenstadium dem Hüpferling ähnlich sind, über Lebendfutter (Tümpeln) im Frühjahr, bei steigenden Temperaturen, mit eingeschleppt. Später nehmen sie eine längliche bis stabartige Form an. Nach der Vereinigung eines Männchen und eines Weibchen heften sich die Weibchen (an den doppelten Eisäcken am hinteren Ende des Körpers gut zu erkennen) an Ihren zukünftigen Wirt, wo sie dann Ihr parasitäres Leben einleiten und vom starken Blutverlust die betroffenen Fische schwächen. Die Männchen hingegen sterben ab.
Hat man diese Parasiten an seinen Pfleglingen entdeckt sollte man das Tier heraus fangen und den Parasit mit einer Pinzette vorsichtig an Kopfende herausziehen. Anschließend sollte man für sehr sauberes Wasser sorgen um einer Sekundärinfektion vorzubeugen.

Lernaea

Lernaea

Lochkrankheit

Früher wurde die Lochkrankheit den Erregern Hexamita und Spironucleus zugeschrieben. Welche in Einzelfällen den Verlauf des Krankheitsbildes auch unterstützen.
Auslöser für die Lochkrankheit ist jedoch falsche bzw. einseitige Ernährung. Dabei kommt es zu Vitamin- und Mineralstoffmangel. Trotz „dickem Bauch“ versucht der Körper des Fisches diese Defizite auszugleichen. Dabei greift der Körper auf eigene Substanzen zurück. Er geht bei Mineralstoffmangel an die „eigenen Knochen“. Die Mineralien werden dem Körper entzogen und weichen das Knochengerüst auf. Es entstehen die bekannten Löcher. Meist beginnt es an der Seitenlinie entlang um dann in den Kopf-Rumpfbereich vorzudringen. Hier werden sie meist schneller erkannt. Jetzt muss schnell gehandelt werden, da das Immunsystem bereits stark geschwächt ist und es zu weiteren Sekundärinfektionen kommen kann. Abwechslungsreiche mit Vitaminen versetzte Kost ist nun unbedingt anzuraten. Eine optimale Einstellung der Wasserwerte und Temperatur unterstützen die Heilung. Der Zusatz von Mineralstoffen und oben genannte Maßnahmen sollen schon zu einer vollständigen Heilung geführt haben.

 
Buntbarsch mit Lochkrankheit

 
Buntbarsch nach Behandlung. Eine Delle ist noch sichtbar.

Lymphocystis-Krankheit

Diese Krankheit wird durch einen sehr kleinen DNA-Virus hervorgerufen. Dabei infiziert er den Fisch bis 25°C in 2-3Tagen. Nach einer Reifezeit von 15 Tagen degenerieren die befallenen Zellen. Anschließend platzen sie auf und geben wiederum reife Viren frei. Somit kann der gesamte Fischbesatz befallen werden. Da diese Krankheit hoch ansteckend ist, kann der gesamte Fischbestand gefährdet bzw. vernichtet werden.
Die Symptome dieser Krankheit sind perlschnurförmige und/oder maulbeerartige Wucherungen an verschiedenen Körperstellen. Oft werden Flossen befallen.
Zur Behandlung dieser Krankheit ist derzeit kein geeignetes Mittel bekannt. Somit sollten kranke Fische heraus gefangen und getötet werden. Beim Befall der Flossen kann man die betroffenen Stellen mit einer scharfen Schere gerade abschneiden. Aber vorsichtig arbeiten um eine Beschädigung der Flossenwurzel zu vermeiden. Gesund wirkende Fische sollten dennoch heraus gefangen werden und für zwei Monate in ein Quarantänebecken untergebracht und beobachtet werden. Das Becken in dem der Befall aufgetreten ist sollte leer geräumt werden und mit Salzsäure desinfiziert werden.

Maulschimmel

siehe Columnaris-Krankheit

Nematoden

Durch einen aktuellen Fall bin ich über diesen weiträumigen Begriff gestolpert. Unter Nematodenbefall werden eigentlich alle Wurmerkrankungen zusammen gefasst. Hierzu zählen Fräskopfwürmer, Kratzern, Fadenwürmer, Bandwürmer uvm.
Alle diese Würmer sind Schwächeparasiten, welche unseren Fisch als Wirt ansehen und in ihm leben. Dabei ernähren sie sich von Muskelgewebe, Nahrungsbrei und anderen Bestandteilen im Fisch.
Solange es den Tieren gut geht, kann das Immunsystem des Fisches diese Nematoden in Schach halten und gut abwehren. Doch bei einer Schwächung (durch Stress, Wasserwertänderung oder Mileauveränderung) kann es zu einer starken Vermehrung des Parasiten kommen und somit zu einer weiteren Schwächung des Tieres. Nun können einzelne Würmer sichtbar werden. Hier können Fräskopfwürmer aus dem After hängen. Es können einzelne ca. 1mm große Punkte im Muskelgewebe des Fisches auftauchen, welche an verschiedenen Tagen auch auf verschiedenen Körperpartien sichtbar sein.
Die Fische fangen an zu schaukeln, wirken appatisch und magern ab. Eine Begleiterscheinung kann eine Ansiedlung von weiteren Schwächeparasiten sein, welche auf der Haut sichtbar werden.
Ab jetzt ist Eile geboten. Hier sollten wir mit einem geeigneten Mittel aus dem Fachhandel behandeln. Jedoch versprechen Medikamente auf Levamisolbasis (aus der Apotheke) einen besseren Erfolg. Die genaue Dosierung ist von Nematodenbefall zu Nematodenbefall unterschiedlich. Man sollte sich zuvor genausten über die Art der Nematoden klar sein. Anschließend die genaue Dosierung in Erfahrung bringen und dann behandeln.
Die Erfolgsaussichten sind sehr gut.

Vor der Behandlung Außere Verschleimung ist sichtbar.
Während der Behandlung Der Wurm ist deutlich sichtbar
Sichtbarer Nematode Behandlung mit Levamisol

Neonkrankheit

Erreger dieses Krankheitsbildes ist ein Parasit. Dieser kommt aus der Gruppe der Pleistophora und setzt sich im Muskelgewebe fest. In den Fisch gelangt der Parasit über die Nahrungsaufnahme, wobei er dann über den Darm in die Blutbahnen gelangt. Hier bilden sich dann so genannte Spozorenbeutel, welche dann aufplatzen und das umliegende Gewebe infizieren. Dabei tritt äußerlich dann die bekannte weißliche Trübung auf. Aber Achtung diese weißliche Trübung kann natürlich bei Fischen auch auf andere Sachen hinweisen. Einige andere Symptome gehen bei der Neonkrankheit mit einher. Da das Muskelgewebe befallen ist kommt es zu Verkrümmungen meist seitlich und zu Gleichgewichtsstörungen.
Leider ist eine Behandlung von befallen Fischen, was nicht immer nur der Neon sein muss, derzeit noch nicht möglich. Sodass die befallenen Fische schnellstmöglich entfernt werden müssen um einer weiteren Verbreitung der Krankheit Einhalt zu gebieten. Die betroffenen Fische gehen, an diesem Krankheitsbild, ein.
Deshalb ist Vorbeugung besser als Heilung. Hier sollte man besonders schon beim Kauf der Fische auf gesunde Tiere achten. Weiterhin sollte unseren Fischen in unseren Aquarien ein optimales Leben in sauberem Wasser mit den richtig eingestellten Wasserwerten zur Verfügung gestellt werden.

Oodinium

siehe Samtkrankheit

Samtkrankheit

Diese Krankheit ist auch unter Bezeichnung Oodinium bekannt. Sie wird durch den gleichnamigen Erreger Oodinium pillularis ausgelöst. Es handelt sich hier um ein Panzergeißeltierchen mit von einer birnenförmigen Gestalt, die sich mit wurzelartigen Ausläufern auf der Haut fest verankern. Infizierte Fische erkennt man an einem samtig grauen oder bläulichen Belag und evt. auftretenden regional begrenzten Hautentzündungen. Im fortschreiten der Krankheit können Kiemen angegriffen werden. Dies äußert sich in Entzündungen, Blutungen und im Endstadium der Zerfall des Gewebes. Ebenfalls kann sich im Endstadium die Haut in Streifen ablösen. Als Symptome kommen Scheuern, Abmagerung und bei Befall der Kiemen auch Erhöhung der Atemfrequenz in Frage.
Zur Behandlung bei Befall mit dieser Krankheit kommen nur Quarantänebecken in denen eine Temperaturerhöhung auf 30°C stattfindet. Diese Becken sollten ohne jegliche Dekoration oder Bepflanzung sein. Auf Kies sollte verzichtet werden. Also nur die technischen Artikel wie Filter, Heizung und Sprudelstein. Auf eine Beleuchtung sollte man ebenfalls verzichten. Nun kann man den befallenen Fisch (oder Fische) in diesem Becken mit Trypaflavin (1g/100Liter) im Dauerbad behandeln. Weitere Mittel die jedoch gesondert zur Anwendung kommen sollten sind Kupfersulfat, Chininhydrochlorid oder Kochsalz. Weiterhin kann man auf Mittel aus dem Zoofachgeschäft zurückgreifen.
Hinweis: Bei sehr stabilen Fischen wie Cichliden kann man eine Temperaturbehandlung bei ca.34° über 2 Tage versuchen. Diese soll hoch Wirksam sein.

 

Sauerstoffmangel

Die ist natürlich keine Erkrankung in dem Sinne, jedoch wird durch den Sauerstoffmangel das Immunsystem der Fische derart geschwächt das dieser Aspekt sehr fördernd ist für den Ausbruch vieler Krankheiten. Zudem gehört der Sauerstoffmangel zu den meisten Krankheitsauslösern und zu der häufigsten Todesursache bei unseren Pfleglingen. Sauerstoffmangel hat viele Ursachen. Hier muss man ein wenig in die Wasserchemie eintauchen um diese Krankheit zu begreifen und zu erkennen. Die Krankheit tritt auf wenn zuwenig oder fast gar kein Sauerstoff mehr im Wasser enthalten ist. Der Mangel kann durch Fäulnis auftreten. Hier besonders durch das zersetzen von Pflanzenresten und abgestorbenen Tieren wird sehr viel Sauerstoff verbraucht. Aber auch die Atmung der Pflanzen bei Nacht verbraucht viel Sauerstoff. Weiterhin kann warmes Wasser nicht so viel Sauerstoff binden. Hinzu kommt der unterschiedliche Sauerstoffbedarf der einzelnen Fischarten untereinander (Fische aus Fließgewässer benötigen mehr Sauerstoff). Sauerstoffmangel wird durch eine beschleunigte Atmung erkannt. Hinzu kann dann das vermehrte Luftschnappen an der Oberfläche und eine gewisse Unruhe der Fische kommen. In extremen Fällen werden die Kiemendeckel abgespreizt und die Fische verlassen die oberen Wasserschichten kaum noch. Im Endstadium hängen die Fische nur noch unter der Wasseroberfläche, werden apathisch und finden den Tod durch ersticken. Zur Abwendung der Krankheit sollte man für eine ausgeglichene Bepflanzung sorgen. Außerdem sollte man den Becken ausreichend Sauerstoff zuführen. Sei es durch eine erhöhte Oberflächenbewegung, einen Sprudelstein oder anderen Mitteln. Weiterhin sollten alle tote pflanzliche und tierische Überreste schnell aus den Becken entfernt werden und eine optimale Temperatur für Haltung der einzelnen Fischarten eingehalten werden.

Säure und Laugenkrankheit

Dies hat nichts mit Säuren und Laugen zu tun die durch unsauberes Arbeiten in unsere Aquarien gelangen können (Reinigungsmittel, Seifen usw.). Dennoch handelt es sich um eine Vergiftungserscheinung und keine Krankheit. Dies ist bedingt durch die Haltungsanforderungen unserer Zierfische. Dabei spielt der PH-Wert eine wichtige Rolle. Unsere Fische werden meist bei einem PH-Wert zwischen 6-8 gehalten. Weicht dieser PH-Wert erheblich ab (unter 5,3) kann es für die Fische zum Problem werden. Dann hängen die Fische an der Oberfläche und werden schnellatmig. Außerdem können sie unkontrolliert durchs Wasser schiessen. Fische die „weicheres“ Wasser vertragen haben jedoch in der Natur erheblichen Mengen Huminsäuren gebunden. Bei „hartem“ Wasser, also PH-Wert über 8 kann es zu Hauttrübungen und Zersetzen der Flossen kommen.
Abhilfe kann nur durch Angleichung der geforderten Wasserwerte erzielt werden. Hier sollte man unbedingt die Haltungsanforderungen unserer Pfleglinge ans Wasser kennen bzw. in Erfahrung gebracht werden.

Schlafkrankheit

Hier wird folgendes Verhalten bei Fischen beschrieben. Die Fische haben keinen Fluchtrelfex und lassen sich mit der Hand fangen. Außerdem liegen die Fische teils regungslos am Boden, teils stehen sie mit leichter Verkrümmung im Freiwasser. Weiterhin können sie kopfüber (also Kopf nach unten) im Wasser stehen oder sie machen drehende Schwimmbewegungen. Bei andauern magern die Fische dann stark ab und die Kiemen verblassen. An allem sind Blutflagellaten dran Schuld. Sie werden in die Gattungen der Cryptobia und Trypanosoma eingestuft. Es handelt sich um einzellige Lebewesen mit einer bzw. zwei Geißeln. Übertragen werden Sie durch blutsaugende Parasiten, wie zum Beispiel Blutegel, Fischegel usw. Also Vorsicht beim Verfüttern von Lebendfutter. Aber auch Wildfänge können bereits befallen sein. Eine sichere Behandlung ist nicht bekannt, jedoch kann man es mit Methylenblau – haltigem Mitteln versuchen. Hier sollen schon Erfolge verzeichnet worden sein.

Schwarzfleckenkrankheit

Diese Krankheit kommt zum Ausbruch wenn Larven von Saugwürmern der Gattung Posthodiplostomum cuticoloa in das Gewebe und in die Flossen der Fische eindringen können. Dabei werden dann die eingetretenen Parasiten eingeschlossen, wobei sie dann eine schwarze Zyste bilden. Meist taucht diese Erkrankung bei frisch importierten Tieren auf, welche der Natur entnommen wurden. Die Fische können mit diesen Zysten sehr lange leben.
Da diese schwarzen Zysten im Fisch eingekapselt sind, ist diese Erkrankung nicht ansteckend. Der Erreger muss mehrere Zwischenwirte durchlaufen um seinen Lebenszyklus abzuschließen. Dabei ist der Fisch nur die zweite Station. Zuvor lebt der Erreger an Schalentieren wie Schnecken usw. ehe er den Fisch befällt. In der Natur werden wiederum die Fische von Vögeln gefressen, in denen die Larven dann erst zum Wurm heranwachsen. Hier beginnt dann der Lebenszyklus neu.
Eine Vorbeugung der Krankheit ist bedingt möglich. Besonders gefährdet sind die Wildfänge, da sie oft schon den Erreger enthalten. Bei Nachzuchten kann man sich den Erreger über Schnecken in das Aquarium holen. Wenn man dies beachtet, sollte diese Erkrankung kaum auftauchen.

Schwimmblasenentzündung

Für diese Krankheit wird ein Virus verantwortlich gemacht. Dabei kann der Virus bei 5-33°C sehr gut leben und fühlt sich bei 20-28°C am wohlsten. In diesem Temperaturbereich wächst und vermehrt sich der Virus am besten. Zu erkennen ist diese Krankheit an einer Fressunlust bis zur Nahrungsverweigerung. Bei fortschreiten der Krankheit kommt es weiter zur Entwicklung von Zysten welche mit Gas oder Flüssigkeit gefüllt sein können. Diese Zysten treten meist im hinteren Bereich der Leibeshöhle auf und hindern den Fisch am herunter schwimmen so das die Fische kopflastig umher schwimmen (Kopfstehen). Weiterhin erhöht sich die Leibesfülle, bedingt durch das Zystenwachstum. Als weitere Symptome werden Blutarmut und Bewegungsstörungen mit angegeben. Weiterhin kann die Schwimmblasenwand entzündet sein und sich dadurch verdicken bzw. verhärten. Im Endstadium dieser Krankheit werden weitere innere Organe befallen. Hier besonders Leber und Milz. Als sichere Erkenntnis gilt ebenfalls das diese Krankheit die Verbindung zwischen Schwimmblase und Darm entzündet und somit eine Regulierung nicht mehr möglich ist.
Diese Krankheit ist hoch ansteckend und sehr schlecht bis nicht heilbar. Eine Milderung des Krankheitsverlaufes kann mit Mitteln wie Antibiotika (Tierarzt), Sulfonamiden und Metylenblau hervorbringen. Trotzdem sollte man bezugnehmend auf die Ansteckungsgefahr die betroffenen Tiere entfernen und je nach Krankheitsverlauf sogar abtöten.

Septikämie

folgt in Kürze

Stäbchenkrankheit

siehe Lernaea

Stress

Eine Behauptung die für die Aquaristik am zutreffensten ist, sagt:
„STRESS ist die häufigste Ursache für den Ausbruch von Krankheiten“
Dabei wurden schon einige Namen für stressbedingte Krankheiten vergeben. Hier sind nur kurz DMS (Delaged Mortality Syndrome), Brain Demage und Malawi-Bloat genannt. Alle diese Namen haben einen Ursprung „STRESS“.
Was ist aber Stress für unsere Pfleglinge. Eigentlich fast alles, was dem Ursprung des Fisches nicht entspricht. Es kommen abweichende Wasserwerte, schlechte Transportbedingungen, unsachgemäßes Eingewöhnen, zu kleine Aquarien, falsche Besatzzusammenstellung, einseitig bzw. falsche Ernährung, falsche Temperatureinstellungen u.v.a. in Betracht. Man könnte es fast endlos weiterführen. Stress bewirkt vor allem eine Schwächung des Immunsystems, so dass krankheitsfördernde Bakterien und Parasiten ein leichtes Spiel haben. Sie befallen das geschwächte Tier und können es binnen kurzer Zeit zu Grunde richten. Dabei werden aber offensichtlich auch gesund wirkende Fische infiziert und es kommt zur Verbreitung im gesamten Aquarium.
Ein besonderer Faktor spielt dabei die oben genannte falsche Ernährung. Ein zuviel kann zu Verfettung und damit zu Organversagen führen. Verstopfungen bzw. Verdauungsstörungen treten dabei nicht selten auf.
Einseitige Ernährung führt zu Mangelerscheinungen. Hier ist die Lochkrankheit die wohl bekannteste Erkrankung.
Besonders problematisch wird es beim Verfüttern von Trockenfutter. Die geöffnete Dose sollte innerhalb von 4 Monaten aufgebraucht werden. Überlagertes Futter verliert Vitamine und andere wichtige Substanzen. Es kann zu Verdauungsstörungen und Verstopfungen führen. Schimmliges und verdorbenes Futter gehört in den Hausmüll und nicht ins Aquarium.
Hier obliegt es dem Aquarianer unseren Pfleglingen so wenig wie möglich Stress zu zumuten. Eine regelmäßige Pflege und ein durchdachtes naturgemäß eingerichtetes Aquarium sollte helfen Stress zu vermeiden.

Taumelkrankheit

Diese Krankheit wird durch einen Algenpilz namens Ichthyosporidium hoferi hervorgerufen. Er befällt die Fische und bildet an den inneren Organen und auf der Haut der betroffenen Tiere winzige Knötchen. Diese haben meist einen Durchmesser von etwa 1 mm. Äußeren kann sich diese Krankheit durch Symptome wie eine Schuppenrauhigkeit, welche auch als Sandpapiereffekt angesehen wird. Weiterhin zeigt sie sich durch ablösende Hautpartikeln und blutige Geschwüre; innere Anzeichen sind kleine weiße Zysten an den inneren Organen wie Herz, Leber und Nieren. Bei infizierten Fischen machen zumeist unkontrollierte Schwimmbewegungen bemerkbar. Im fortgeschrittenen Stadium endet diese Infektion meist mit dem Tod.
Zu Beginn der Krankheit kann man die Tiere mit Phenossietol oder Parachlorophenossietol in einem Quarantänebecken behandeln. Bitte hier genau auf die Dosierungsanleitungen achten! Wenn die Behandlung nicht anschlägt und sich die Krankheit auch auf andere Fische im Aquarium überträgt, muss der gesamte Fischbestand vernichtet und das Becken gründlich mit Salzsäure desinfiziert werden.

Trichodina

Bei dieser Krankheit sind Wimpertierchen der Gattung Trichodina, Tripartiella und Trichodinella die Erreger. Es sind hauptsächlich Schwächeparasiten die die Sterberate bei Befall erheblich erhöht. Eingeschleppt werden diese Erreger meist über Tümpelfütter oder mit Hydra besetzten Neupflanzen. Leider ist diese Krankheit erst sehr spät zu erkennen. Meist erst bei einem Massenbefall. Dann erkennt man graue Beläge auf der aut. Die Fische magern ab und schnappen an der Oberfläche nach Luft. Ein gemeinsames Auftreten mit der Weißpünktchenkrankheit konnte vermehrt beobachtet werden. Zur Heilung werden Kurzbäder in Kochsalzlösungen empfohlen. Weiterhin kann man so genannte Dauerbäder (10-12 Stunden) in Trypaflavin- oder Malachitgrün zur sicheren Abtötung der Parasiten führen.

Tumore

Tumore oder auch Geschwulstkrankheiten können bei Fischen aber auch bei anderen Tieren bös- oder gutartig verlaufen. Gutartige Tumore schädigen das Tier in aller Regel selten. Hier kann es nur durch die Verdrängung von Organen durch das Wachstum des Tumors zu Beeinträchtigungen kommen. Nicht selten klingen sie ab. Die bösartigen Tumore sind meist Organ oder Muskulatur durchwuchernde Gewebeformen. Die das Tier schwächen, da sie meist krebserregende Substanzen enthalten und so genannte Metastasen entwickeln. Dabei sind diese „bösartigen“ Tumore praktisch unheilbar. Die gutartigen Tumore hingegen kann man mit etwas Geschick heraus schneiden, dabei haben sie meist eine kugelige Form die nicht mit dem Gewebe verwachsen ist. Sollte es verwachsen sein, so war es ein Krebsgeschwür und das Tier wäre über kurz oder lang verendet. Bekämpfen kann man beide Formen der Tumore oder Geschwüre nicht. Man kann jedoch Vorbeugen. Hier steht gute Wasserqualität, saubere Umgebung und abwechslungsreiche Kost im Vordergrund.

   

Tumorartige Auswüchse im Maulbereich einer Rotstrichbarbe und tumoraritge Wucherungen incl. Melanome bei Hemichromis sp. Gabun

Weißpünktchenkrankheit

Der Erreger dieser Krankheit ist Ichthyophtirius multifiliis, einer der häufigsten in unseren Becken anzutreffenden Krankheit. Auslöser ist ein Wimperntierchen mit einem hufeisenförmigen Großkern. Die Länge variiert von 0,3- 1,3mm Länge. Anzutreffen ist der Erreger in den meisten Fällen auf der Haut. Dabei beginnt er seine Ausbreitung von den Flossen über die Haut bis zum Auge. Aber auch der Innenraum der Mundhöhle kann befallen werden.
Befallene Fische zeigen folgende Symptome:
Auf den Flossen und den Kiemen zeigen sich weiße Pünktchen. Bei starkem Befall können sie sich zu grau wirkenden Kolonien vereinigen. Durch den Befall wird die Schleimhaut verletzt. Die Erreger setzten sich speziell auf der Lederhaut fest. Dadurch kommt es gelegentlich zu einer stärkeren Schleimhautabsonderung. In der Folge des Befalls und der Schwächung des Immunsystems kommt es zu einer erhöhten Atemfrequenz. Die Fische scheuern sich an festen Gegenständen und magern immer mehr ab. Die Weißpünktchenkrankheit befällt zuerst die schwächeren Arten im Becken und ist sehr ansteckend auf andere Fischarten. Somit kann binnen kurzer Zeit der gesamte Fischbestand befallen sein. Weitere wichtige Symptome sollten nicht vernachlässigt werden. Die Fische weisen im Anfangsstadium schaukelnde Schwimmbewegungen, Flossenzucken und beginnende Fressunlust auf.
Spezielle Informationen erhaltet Ihr in einem separaten Beitrag zur Weißpünktchenkrankheit.
Zur Behandlung der Ichthyiophtirius multifiliis kommen folgende Möglichkeiten in Betracht. Wobei man hier auf den Besatz achten sollte. Eine kombinierte Salzbehandlung und Wärmebehandlung sollte bei stabilen Fischen wie Cichliden versucht werden. Hierauf sind jedoch Welse nicht gut zu sprechen. Da sollte man auf malachitgrünhaltige Mittel aus dem Zierfischhandel zurückgreifen. Dabei sollte man beachten dass auf keinen Fall unterdosiert werden sollte um resistente Erregerstämme zu vermeiden. Eine Behandlung mit malachitgrünhaltigen Mitteln wird wiederum von Salmler wie Neonfische oder Kardinaltetras aber auch von Schmerlen nicht gut vertragen. Nun sollte Acriflavin zum Einsatz kommen. Die Behandlungsmöglichkeiten werden hier in gesonderten Beiträgen behandelt!

Wurmstar

Bei Wurmstar handelt es sich um eingeschleppte Wurmlarven im Auge des Fisches. Sie gehören zu den Metacercarien. Hier speziell die Saugwurmlarven der Gattung Diplostomum. Meist treten sie bei Wildfängen auf, schwächen den Fisch jedoch kaum. Diese Saugwurmlarven nutzen den Fisch nur als Zwischenwirt. Wird der Fisch von einem Vogel gefressen so geht sein parasitäres Leben weiter bzw. beginnt wieder. Deshalb sind besonders Teichfische gefährdet wenn Vogelkot in den Teich gelangen kann.
Die befallenen fische können mit dem Erreger lange leben. Einzig ihr Blickfeld wird durch die Linsentrübung beeinträchtigt. Eine Behandlung ist nicht möglich.


Augenlichtverlust durch Wurmstar bei Lamprologus

Sollte eine Fischkrankheit oder ein Parasit nicht mit erwähnt sein, so bitte ich Euch dies mir per Mail mitzuteilen. Ich werde diese dann umgehend mit einarbeiten.
DANKE

Allgemeiner Zusatz:

Da ich keine medizinische Ausbildung habe und diese Ausführung auf Angaben in Gesprächen mit erfahrenen Aquarianern und meinen eigenen Erfahrungen zusammengestellt wurden, übernehme ich keine Haftung für Schäden die durch Nachahmen der hier aufgeführten Tipps entstehen.

Dieser Beitrag ist ebenfalls in www.cichlidenwelt.de und im Aquarium-Forum nachzulesen.
Hier besteht eine Genehmigung zum veröffentlichen des Beitrages!